abgeschlossenes Projekt

Qualität, Sicherheit und Verbraucherverhalten bei Bio-Lebensmitteln in Deutschland und Portugal - Programm des Projektbezogenen Personenaustauschs (PPP) mit Portugal (Mobilitätsprojekt)

Projektlaufzeit: 01/2004 – 02/2006

Bio-Lebensmittel unterscheiden sich von konventionellen Lebensmitteln sowohl in Bezug auf die landwirtschaftlichen Produktionsmethoden für die Rohstoffe als auch in Hinblick auf deren technologische Bearbeitung. Daraus ergeben sich neben den bekannten ideellen Werten eine Reihe weiterer, objektiv messbarer Unterscheidungsmerkmale.

Grundsätzlich unterliegen Bio-Lebensmittel den gleichen lebensmittelhygienischen Vorschriften wie konventionelle Lebensmittel. Im Normalfall wird ein Unternehmen jedoch nur wenige Male im Jahr kontrolliert. Um der Eigenverantwortung für einen umfassenden Verbraucherschutz nachzukommen, realisieren Hersteller und Händler von konventionellen Lebensmitteln im Rahmen ihres Qualitätsmanagements oft eine wesentlich höhere Untersuchungsdichte. Allerdings lassen sich die für konventionelle Produkte aufgestellten Kontrollkriterien und Abläufe nicht pauschal auf Bio-Lebensmittel übertragen.

Mit dem Forschungsvorhaben sollten wesentliche Aussagen zur Sicherheit und Qualität von Bio-Lebensmitteln objektiviert werden als ein Beitrag für einen besseren Verbraucherschutz, eine bessere Verbraucherinformation und letztendlich für eine weitere Steigerung der Akzeptanz von Bio-Lebensmitteln.

Im Rahmen des Projekts wurden der aktuelle Stand der Produktion ausgewählter pflanzlicher und tierischer Lebensmittel sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen in beiden Ländern und in der EU untersucht. Darüber hinaus erfolgte eine Analyse zum Stand der Hygiene und Rückverfolgbarkeit, und es wurden Vorschläge zur Anpassung des HACCP-Systems auf den Bereich der Primärproduktion und unter besonderer Berücksichtigung der Spezifika von Bio-Lebensmitteln erarbeitet.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts war die parallele Durchführung einer Verbraucherbefragung in Berlin und Lissabon mit folgenden wissenschaftlichen Zielstellungen:

  1. Verbraucherverhalten bezüglich Qualität und Sicherheit bei Bio-Lebensmitteln (Präferenzen und Verhalten von wichtigen Verbrauchersegmenten).
  2. Verbrauchereinschätzungen der Qualität und Sicherheit von Bio-Lebensmitteln, besonders Obst, Gemüse und Fleisch

Die im Rahmen des Projekts durchgeführte Verbraucherstudie in Lissabon und Berlin hat, wie verschiedene andere Verbraucherstudien auch, eine positive Haltung von vielen Konsumenten und Händlern zum Kauf von Bio-Lebensmitteln bestätigt. Jedoch ist der Verbrauch viel niedriger als erwartet werden könnte. In Auswertung der Arbeiten wurden verschiedene Empfehlungen zu weiterführenden wissenschaftlichen Untersuchungen, zur Entwicklung der rechtlichen Bestimmungen und zur Vermarktung von Bio-Lebensmitteln gegeben.

Projektträger

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Kooperationspartner

Universidade de Évora, Departamento de Gestão de Empresas, Évora, Portugal

Ansprechpartner IASP

Dr. Kerstin Röhrich