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Untersuchungen zur biologischen Verwertung von Marktabfällen

Projektlaufzeit: 04/2006 - 09/2007

Marktabfälle sind Abfälle aus dem Lebensmittelhandel bzw. von Lebensmittelgroß- oder Lebensmitteldetailmärkten, die in großem Umfang anfallen und einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden sollen. Marktabfälle bestehen im Allgemeinen aus einem Gemisch aus biogenen pflanzlichen und tierischen Rückständen aus dem Warenangebot des Handels und der Märkte, aus Verpackungen (zumeist aus Holz, Kartonagen und Kunststoffen) sowie in geringeren Anteilen aus Restmüll. Laut Statistischem Bundesamt wurden im Jahr 2005 in Deutschland rund 88.000 Tonnen Marktabfälle entsorgt. Gegenwärtig erfolgt in einer großen Anzahl von Lebensmittelmärkten eine manuelle Trennung der biogenen pflanzlichen Abfälle von den Umverpackungen, die jeweils getrennt entsorgt werden. Wie hoch der Anteil der getrennten Entsorgung ist, geht aus den Angaben des Statistischen Bundesamtes nicht hervor.

Ziel des Projektes war es, die Möglichkeiten der Verwertung von Marktabfällen mit der Perspektive einer möglichen Eigenverwertung im Unternehmen zu untersuchen. Es sollte aufgezeigt werden, in welchem Maße eine alleinige Kompostierung der Marktabfälle machbar ist. Außerdem sollten Möglichkeiten zur Verwertung der weiteren Abfallstoffe, die nicht zur Kategorie der biologisch leicht abbaubaren, organischen Marktabfälle gehören, geprüft werden.

Es wurden verschiedene Kompostierversuche mit unterschiedlichen Marktabfällen in Abhängigkeit vom Zerkleinerungsgrad und relevanten Zuschlagstoffen durchgeführt. Es erfolgten außerdem Recherchen zur energetischen Verwertung der biologisch nicht bzw. schwer abbaubaren Abfälle, wie z. B. die Verpackungsmaterialien.

Im Verlauf der Untersuchungen hat sich gezeigt, dass eine alleinige Kompostierung der biologisch abbaubaren Marktabfälle sich als äußerst schwierig erweist, da die Marktabfälle einen hohen Wassergehalt aufweisen, der als Sickerwasser verloren geht, wenn keine geeigneten Zuschlagstoffe verwendet werden. Desweiteren entstehen bei der Kompostierung ohne Zuschlagstoffe sehr viele anaerobe Nester im Kompostmaterial, was zu einer unangenehmen Geruchsbelästigung führt. Energetisch können Marktabfälle insgesamt verwertet werden (z. B. Biogas), jedoch ist dabei die Verwertung von Papier und Pappe laut Biomasseverordnung verboten, so dass eine Abfalltrennung erforderlich ist.

Es kann somit festgestellt werden, dass bei ausreichender Zerkleinerung und Homogenisierung der Marktabfälle als Ganzes (biologische Abfälle mit Kartonage und Holz) sowie unter Zugabe geeigneter Zuschlagstoffe (z. B. Baum- und Heckenschnitt zerkleinert) eine Kompostierung möglich ist und die hergestellten Komposte gute Qualitäten aufweisen. Zur energetischen Verwertung ist als zusätzlicher Aufwand eine Materialtrennung erforderlich.

Projektträger

Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen e. V.

Kooperationspartner

PROTEKUM Umweltinstitut GmbH, Oranienburg

Ansprechpartner IASP

Dipl.-Ing. Steffi Tschuikowa