
Ziel des Projekts Duckweed war es, wichtige Grundlagen zur Etablierung der einheimischen Wasserlinse als innovativen und nachhaltigen Rohstoff für die Lebensmittelindustrie zu schaffen. Hierbei standen die Erforschung der technologischen Grundlagen entlang der gesamten Prozesskette, also von der Kultivierung bis zur Entwicklung von Endprodukten, sowie die Untersuchung des Applikationspotenzials des Wasserlinsenproteins im Fokus. Besondere Aufmerksamkeit galt der Optimierung der Anbaubedingungen sowie der Identifizierung und Entwicklung technologischer Eigenschaften, die eine vielseitige Nutzung ermöglichen. So wurden Halbfabrikate wie Pulver, Mehle, Extrudate, Suspensionen und Emulsionen hergestellt, die als Grundlage für die Entwicklung funktioneller Lebensmittel wie Nudeln, Brote und Pfannkuchen dienten. Die erzielten Ergebnisse stellen eine wichtige Innovation dar, da Wasserlinsen in der Lebensmitteltechnologie bisher nur wenig erforscht sind. Sie bieten ein vielversprechendes Potenzial für die Erweiterung des Portfolios pflanzenbasierter Lebensmittel.
Eine zentrale Herausforderung des Vorhabens war die Ablehnung der frischen Wasser linse als Novel Food durch die EFSA im Jahr 2022, die aufgrund eines zu hohen Mangan gehalts erfolgte. Um dieser Problematik zu begegnen, konzentrierten wir einen Teil unserer Forschung auf die Reduktion des Mangangehalts während der Kultivierung. Durch gezielte Anpassungen der Anbaubedingungen gelang es, den Mangangehalt erfolgreich um ca. 50 % zu senken. Simultan zu den von uns erarbeiteten Ergebnissen kam es Mitte 2024 zur Wiederaufnahme des Novel- Food-Zulassungsverfahrens, was die Relevanz der Forschungsergebnisse für eine zukünftige Nutzung der Wasserlinse verdeutlichte. Anfang 2025, also zum Laufzeitende des Projektes, wurde die Wasserlinsenarten Lemna gibba und Lemna minor in der EU zugelassen. Dadurch können nun technologische Ergebnisse unseres Projekts Duckweed als Grundlagen für anschließende, marktorientiere Forschungsprojekte genutzt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts lag auf der Untersuchung von Wasserlinsenprotein, das bereits während der Projektlaufzeit als neuartiges Lebensmittel zugelassen war. Ziel war es, unterschiedliche Verfahren zur Proteinextraktion zu analysieren, um die höchste Ausbeute zu identifizieren und mögliche Nebenströme für eine ganzheitliche Verwertung des Rohstoffs zu nutzen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Effizienz der Extraktionsverfahren noch optimiert werden kann, weshalb eine Fortsetzung der Forschungsarbeiten in diesem Bereich empfohlen wird. Insgesamt generierten wir im Projekt Duckweed bedeutende technologische und anwendungsorientierte Ergebnisse zur Etablierung der Wasserlinse als Rohstoff für die Lebensmittelindustrie. Diese Erkenntnisse bilden nicht nur eine solide Grundlage für zukünftige Forschungsprojekte, sondern eröffnen auch vielversprechende Möglichkeiten für kommerzielle Anwendungen.

Innovationskompetenz (INNO-KOM) des BMWE, Modul Vorlaufforschung (VF)
EuroNorm GmbH
Dipl.-Ing. Adam Karl Erdös
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