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Innovative Produkt- und Verfahrensentwicklung zur Verwertbarkeit der nährstoffhaltigen Komponenten von nicht mehr einsatzfähigen Feuerlöschpulvern,
Teilprojekt: Entwicklung eines neuartigen Flüssigdüngerkonzentrates auf der Basis nicht mehr einsatzfähiger Feuerlöschpulver

Projektlaufzeit: 07/2009 - 06/2011

Jährlich fallen ca. 2000 Tonnen zu entsorgendes Feuerlöschpulver aus nicht mehr gebrauchsfähigen Feuerlöschern an. Diese Pulver werden aus hochreinen Mineralsalzen wie Ammoniumphosphat und Ammoniumsulfat hergestellt. Diese Salze wiederum stellen wertvolle Pflanzennährstoffe dar. Aufgrund der Feinkörnigkeit (45 bis 65 % der Partikel sind kleiner 0,04 mm) und der stark hydrophoben Eigenschaften der Pulver sind diese für eine direkte Anwendung als Pflanzendünger nicht geeignet.

Ziel des Projektes war die Nutzbarmachung der pflanzenphysiologisch wertvollen Nährstoffe aus den Altfeuerlöschpulvern. Dazu war es im Wesentlichen erforderlich, zum einen die Hydrophobie der Pulver aufzuheben und zum anderen anschließend die Nährstoffe in Lösung zu bringen. Im Weiteren war es Ziel des Projektes, die erhaltene Nährstofflösung durch Zugabe von anderen wichtigen Nährstoffen in Form von Mineralsalzen aufzuwerten.

Im ersten Schritt ist es durch Verwendung einer tensidhaltigen Flüssigkeit gelungen, das hydrophobe Pulver zu einer nicht staubenden rieselfähigen Masse umzuwandeln. Durch Zugabe von Wasser konnte diese Pulvermasse anschließend zu einer Paste vermengt werden. Dabei gingen die wasserlöslichen Nährstoffe in die Lösung über. Durch Separation der festen Restpulvermenge von der flüssigen Phase konnte ein erster Düngerextrakt hergestellt werden. Durch Zugabe einer definierten Menge an Kaliumnitrat wurde dieser Extrakt aufgewertet und für die pflanzenbaulichen Untersuchungen verwendet.

Zur Erprobung der extrahierten Nährstofflösung wurden Versuche mit unterschiedlichen Pflanzenarten sowohl im Gewächshaus als auch im Freiland durchgeführt. Es wurden Kulturen mit verschiedenen Nährstoffansprüchen eingesetzt. Dabei kamen im Gewächshaus Nephrolepis, Epipremnum und Chrysanthemum zum Einsatz, die Kulturen für den Innenraumbereich darstellen. Für das Freiland wurden Dianthus, Petunia und Ricinus ausgewählt. Zum Vergleich wurde ein handelsüblicher Flüssigdünger eingesetzt. Für den Innenraumbereich konnte festgestellt werden, dass bei den Grünpflanzen Nephrolepis und Epipremnum keine Verbesserung der Wuchsleistung im Vergleich zu handelsüblichem Dünger erzielt werden konnte. Dagegen zeigte die Chrysanthemum-Variante bei Anwendung des neuartigen Düngers ein wesentlich besseres Wachstum. Bei den Freilandkulturen zeigte sich, dass die Dianthus- und Ricinus-Varianten mit dem innovativen Dünger eine bessere Wuchsleistung aufwiesen als die mit Handelsdünger gedüngte Variante. Petunia dagegen konnte durch die Gabe des neuen Düngers kein besseres Wachstum erzielen.

Dianthus Kontrolle (ungedüngt)
Dianthus mit Wuxal gedüngt
Dianthus mit innovativem Dünger gedüngt (Variante D5)

Projektträger

AiF Projekt GmbH

Kooperationspartner

B & B Feuerlöscher-Verwertungs und Entsorgungs GmbH, Pinnow

Ansprechpartner IASP

Dipl.-Ing. Steffi Tschuikowa