abgeschlossenes Projekt

Objektive Erfassung der Fleischigkeit/Muskeldicke beim Rind (Vorlaufprojekt)

Projektlaufzeit: 06/2008 - 05/2010

Die Klassifizierung von Rinderschlachtkörpern erfolgt in der Europäischen Union anhandsubjektiver Kriterien auf der Basis des gemeinschaftlichen EUROP-Handelsklassenschemas(Verordnung EWG Nr. 1208/81). Bislang fehlt es an technisch ausgereiften, sowohl amlebenden Rind als auch am Schlachtkörper anwendbaren und vor allem auch für KMUökonomisch einsetzbaren Systemen, mit denen die Qualität des Schlachtkörpers automatisch,nicht invasiv und verlässlich bestimmt werden kann. Das Vorlaufprojekt hatte zum Ziel,prinzipielle technische Möglichkeiten aufzuzeigen, um mittels kostengünstiger Ultraschall-(US-) Messungen relevante Informationen zur Fleischigkeit von Rinderschlachtkörpern sowie-teilstücken zu erhalten. Dabei stand neben der Relevanz der ermittelten Messdaten zurFleischigkeit der Schlachtkörper die Anwendbarkeit der Messverfahren unter Produktionsbedingungenim Fokus der Arbeiten. Stand der Technik sind zwei verschiedene Formen derVideo-Image-Analyse (VIA): Systeme zur Vermessung von Anschnittflächen sowie Systemezur Vermessung ganzer bzw. dorsal getrennter Schlachtkörper. Trotz der Leistungsfähigkeitder komplexen VIA-Systeme bleibt der Einsatz wegen der hohen Hard- und Softwarekostenauf größere Schlachtbetriebe beschränkt.

Für die Ultraschall-Messungen kam ein geeignetes portables Ultraschallgerät zum Einsatz.Die für die Messungen relevanten Messstellen an den Rinderschlachtkörpern und denwertbestimmenden Teilstücken sind unter Beachtung der Bedingungen im Schlachtbetriebund unter Einbeziehung der phänotypisch erkennbaren Merkmale an den Schlachtkörperndefiniert worden. Gemessen wurde an 48 Rinderschlachtkörpern (hauptsächlich Kategorie A[Jungbullen] mit Hälftengewichten von 120 kg bis 400 kg) nach dem B-Scan-Verfahren miteiner Konvexsonde an der Vorderkeule im Schulterbereich sowie im Bereich desOberarmknochens. Die Messung an abgekühlten Schlachtkörpern ist bei Realisierunggeeigneter Sensorankoppelung an die trockenen und harten Gewebeoberflächen möglich. Fürdie sichere Messung der Muskeldicken fand eine Analyse der fehlerverursachenden Einflüssestatt (Temperatur, Deformation des zu messenden Gewebes durch Sonden-Andruck,intramuskuläres oder auf dem Muskelgewebe aufliegendes Fett). Die mit Ultraschallgemessenen Muskeldicken wurden durch Einstechen einer dünnen Nadel verifiziert. DieVariable "US-Muskeldicke" und der Vergleichswert waren über alle gemessenen Wertpaaremit einem Korrelationskoeffizienten r> 0,9 korreliert. Die Schlachthälften-Gewichte bis zu340 kg und die zugehörigen Muskeldicken waren mit einem Korrelationskoeffizienten r > 0,9korreliert. Die prinzipielle Erfassung der Muskeldicken an der Vorderkeule zur Bewertungder Fleischigkeit von Rinderschlachtkörpern ist unter Beachtung der im Projektherausgearbeiteten physikalisch-technischen Einflüsse möglich.

Es wird empfohlen, ein entsprechendes Ultraschallgerät zur Messung von Muskeldicken biszu 40 cm sowie eine lineare Messsonde zum Scannen eines Messfeldes von ca. 6 x 10 cm zuentwickeln.

Projektträger

AiF Projekt GmbH

Kooperationspartner

  • Emil Färber GmbH Großschlächterei & Co. KG
  • TEB Ingenieurbüro Peter Zimmermann, Berlin

Ansprechpartner IASP

Dr. Stefan Köhler