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Entwicklung eines Detektionsverfahrens für Wolfsangriffe (VerWolf)

Laufzeit: 03/2023 - 08/2025

Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland hat neben positiven ökologischen Auswir-kungen dazu geführt, dass die Weidetierhaltung sich wegen der Gefahr von Wolfsan-griffen anpassen muss. Die üblichen Maßnahmen umfassen Elektrozäune und Her-denschutzhunde. Gerade letztere verursachen hohen Aufwand und Kosten, die sich Kleinherdenbetreiber selten leisten. Daher wird eine Möglichkeit gesucht, ergänzend oder ersetzend sensorisch einen Angriff zu detektieren, um ein schnelles Eingreifen des Halters zu ermöglichen. Unser Projekt VerWolf fokussierte ausschließlich auf die Detektion von Wolfsangriffen auf Weidetiere. Dazu wurde bewusst auf zu teure und diebstahlgefährdete Kameras am Weidezaun verzichtet. Stattdessen sollten kleine, für Diebe nutzlose Sensoren Signale an einen Zentralmast auf der Weide liefern, die in der Lage sind, einen Angriffsverdacht zu erkennen und Alarm auszulösen.

Wolfsangriffe verlaufen häufig sehr schnell. Die Erkennung ungewöhnlicher Bewe-gungsabläufe ist daher ein wichtiges Verdachtsmoment für einen Wolfsangriff. Um schon die ersten Annäherungen eines Wolfes an die Weide erkennen zu können, wur-den Zaunsensoren entwickelt. Sie sollen, an mehreren Seiten des Zauns installiert, nach außen zeigen und detektieren, wenn sich außerhalb des Zauns etwas bewegt. Außerdem wurden Tiersensoren entwickelt, die am Hals einzelner Weidetiere befestigt werden und durch einen Beschleunigungssensor die Bewegungsprofile der Weidetiere erfassen. Da Weiden mitunter sehr groß sind, wurde zur Datenübertragung auf der Weide LoRa-WAN-Technik eingesetzt. Eine Antenne auf der Weide sammelt die Daten sowohl der Zaun- als auch der Tiersensoren und verarbeitet sie. Bei erkennbarem Angriffsverdacht wird eine Alarm-Push-Nachricht an die hinterlegten Mobilfunknum-mern geschickt, um den Tierhaltern ein schnelles Eingreifen zur Beendigung des An-griffs zu ermöglichen.

Zur Aufnahme der notwendigen Bewegungsprofile sowohl bei normalem Weidebe-trieb als auch bei Angriffen wurde eine Versuchsweide mit Überwachungstechnik und den entwickelten Sensoren ausgestattet. Die Angriffssimulationen konnten aus Tier-schutzgründen nur in sehr abgeschwächter Form stattfinden. Dazu wurden bellende Hunde außen am Zaun der Versuchsweide zugeführt. Anschließend wurde die Über-wachungsanlage an mehreren Schafherden getestet. Die ausgewählten Herden hatten in der Vergangenheit bereits Wolfsübergriffe erlebt und waren nicht von Hunden ge-schützt. In der mehrmonatigen Versuchszeit fanden allerdings keine Wolfsübergriffe auf die Versuchsherden statt. Dadurch fehlen bis heute Sensordaten echter Wolfsan-griffe.

Zur Realisierung des entwickelten Systems müssen möglichst viele Angriffe auf besen-derte Herden aufgezeichnet werden. Bei der Auswertung sind in der Sensoraktivierung Muster erkennbar, bei deren Erkennung das System einen sofortigen Alarm auslöst.
Um Fehlalarme direkt zu erkennen, wurden sowohl eine Dom-Kamera zur bildlichen Überwachung der Weide vom zentralen Weidemast als auch akustische Übertragun-gen der Weidegeräusche getestet. Die akustische Verifikation eines Wolfsangriffs ist hauptsächlich für geschützte Herden erfolgversprechend. Die meisten der befragten Schäfer erkennen am Bellen ihrer Hunde die Relevanz der Gefahr für ihre Herde.

Sensorkonzept Projekt VerWolf. (Illustration: D. Joswig)

Zaun- und Tiersensoren

Weidemast

Förderprogramm


Programm zur Innovationsförderung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH)


Projektträger


Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Bonn


Verbundpartner


ESYS GmbH, Berlin


Ansprechpartner IASP


Dipl.-Ing. agr. Jan Häbler